Hamburg, 30. Juni 2026. HelloSafe veröffentlicht die erste Ausgabe seines Reiseversicherung Marktberichts. Der globale Reiseversicherungsmarkt wurde 2024 auf schätzungsweise 24 bis 27 Milliarden US-Dollar taxiert. Deutschland bewegt sich, nach HelloSafe-Schätzung, in einer Bandbreite von 0,6 bis 0,8 Milliarden Euro, ein Markt, der klar von der Reiserücktrittsversicherung geprägt ist. Marktführer HanseMerkur allein verbuchte 2024 Reise-Bruttoprämien von 318,1 Millionen Euro. Dieser Bericht beginnt bei dieser Größenordnung und arbeitet sich dann nach unten durch: wie sich der Markt aufteilt, wer das Risiko trägt, wie er vertrieben wird, und wohin der Prämien-Euro fließt.
Die deutsche Signatur ist eindeutig: Vor der Reise steht die Angst vor deren Ausfall. Die Reiserücktrittsversicherung ist die kulturelle Kernabsicherung, während die Reisekrankenversicherung mit einem Plus von 14 % das am schnellsten wachsende Segment ist. Verkauft wird überwiegend über Makler und Reisebüros (rund 28 bis 30 % Marktanteil), während Vergleichsportale wie CHECK24 und Verivox rasant an Bedeutung gewinnen. International bleibt der Markt beeindruckend: Die USA sind mit 5,56 Milliarden US-Dollar der größte Einzelmarkt der Welt, und Marktforscher rechnen mit einem globalen Wachstum von rund 18 % pro Jahr bis 2030.
Der Bericht folgt dem Geld und bildet die Wertschöpfungskette ab, von den Versicherern, die das Risiko halten, bis zu den Produktmanagern, Assistance-Gesellschaften und Vertriebspartnern, die den Schutz bauen und verkaufen. Dabei gilt eine feste Regel: Jede Zahl ist nach ihrer Verlässlichkeit gekennzeichnet, von der Primärquelle bis zur Größenordnung. Wo öffentliche Daten enden, stützt sich HelloSafe auf eigene Messungen, eine marktübergreifende Angebots-Engine und die Atlas-Vertriebsplattform.
Ein Markt im Milliardenbereich, weltweit und in Deutschland
Zunächst die Größenordnung. Der globale Reiseversicherungsmarkt wurde 2024 auf schätzungsweise 24 bis 27 Milliarden US-Dollar an Prämien taxiert. Deutschland zählt zu den etablierten europäischen Märkten, deutlich hinter den USA, aber mit einer klaren eigenen Struktur.
Mit rund 0,6 bis 0,8 Milliarden Euro liegt Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld der 15 größten Märkte, weit hinter den USA (5,56 Milliarden US-Dollar), aber auf Augenhöhe mit Italien oder Mexiko. Marktführer ist HanseMerkur, die 2024 allein 318,1 Millionen Euro an Reise-Bruttoprämien verbuchte, ein belastbarer Ankerwert für die Größenordnung des Gesamtmarktes. Der Rest dieses Berichts arbeitet sich von dieser Zahl nach unten: wie sich der Markt aufteilt, wer das Risiko trägt, wie er vertrieben wird, und wie profitabel er ist.
Das Wachstum ist nicht zu Ende. Marktforschungsinstitute rechnen mit einer weltweiten Expansion von rund 18 % pro Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts, was den globalen Markt bis Anfang der 2030er-Jahre mehr als verdoppeln würde. Vier nachvollziehbare Kräfte treiben dieses Tempo an. Erstens steigen die Reisekosten kontinuierlich, und da eine Police als Anteil am Reisewert kalkuliert wird, steigen die Prämien mit. Zweitens wird Versicherung zunehmend direkt in die Buchung eingebettet: Mittlerweile bieten 100 % der größten Fluggesellschaften sie an, und die Abschlussquoten steigen mit jedem Checkout. Drittens gibt es weiterhin viel Spielraum bei der Durchdringung: In Deutschland versichern schätzungsweise nur rund 54 % der Reisenden ihre Reise, gegenüber 78 % in Großbritannien, sodass jeder gewonnene Prozentpunkt den Markt vergrößert. Viertens treiben steigende Medizinkosten im Ausland und zunehmende Visa-Vorgaben Reisende zu höheren, teureren Deckungssummen. Selbst bei vorsichtigerer Betrachtung bleibt die Richtung klar: Der Markt wächst deutlich schneller als das Reisevolumen selbst.
Der globale Gesamtwert ist eine Marktforschungsschätzung (Allied Market Research 23,8 Mrd USD, Grand View 27,05 Mrd USD für 2024); die Balken je Markt kombinieren nationale Verbände und Marktforschung, die Abgrenzungen wurden zur Vergleichbarkeit harmonisiert. Der Deutschland-Wert (0,85 Mrd USD, entspricht der HelloSafe-Bandbreite von rund 0,6 bis 0,8 Mrd Euro) ist eine HelloSafe-Schätzung mit geringer Konfidenz, verankert am Primärwert von HanseMerkur (318,1 Mio Euro Reise-Bruttoprämien 2024). Der Ausblick von rund 18 % pro Jahr ist eine Marktforschungsprojektion (Allied modelliert eine CAGR von 18,4 % bis 2034), keine HelloSafe-Prognose.
In Deutschland zählt vor allem die Angst vor dem Reiseausfall
Das deutsche Produkt ist um ein zentrales Risiko herum gebaut: den Verlust des Geldes, das in eine gebuchte, oft langfristig geplante Reise investiert wurde.
Die Reiserücktrittsversicherung ist historisch der kulturelle Kern des deutschen Marktes, tief verankert im Reiseverhalten und oft gemeinsam mit der Pauschalreise abgeschlossen. Daneben wächst die Reisekrankenversicherung besonders dynamisch, mit einem Plus von 14 %, getrieben von steigendem Bewusstsein für Behandlungskosten im Ausland und der Tatsache, dass die gesetzliche Krankenversicherung außerhalb Europas kaum greift. Verkauft wird überwiegend über Makler und Reisebüros, die zusammen rund 28 bis 30 % des Marktes abdecken, während digitale Vergleichsportale wie CHECK24 und Verivox rasant an Marktanteilen gewinnen und den Vertrieb zunehmend online verlagern.
Wie viele Reisende sich tatsächlich versichern
Die Unterschiede zwischen den Ländern sind groß, und sie zeigen, wo der Markt noch wachsen kann.
In Deutschland versichern schätzungsweise rund 54 % der Reisenden ihre Reise, eine HelloSafe-Schätzung mit geringer Konfidenz, aber deutlich unter dem Niveau des Vereinigten Königreichs (78 %) oder Schwedens (88 %). Die gesetzliche Krankenversicherung sorgt hierzulande für ein trügerisches Sicherheitsgefühl, obwohl sie im außereuropäischen Ausland kaum greift. Die durchschnittliche Prämie einer deutschen Reiseversicherung liegt bei rund 42 Euro. Jeder gewonnene Prozentpunkt an Durchdringung vergrößert den Markt.
Die Wertschöpfungskette: wer macht was
Hinter einer einzigen Reiseversicherungspolice stehen vier unterschiedliche Unternehmen. Sie zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Einschätzung dieses Marktes.
Die Marke, die ein Reisender sieht, eine Fluggesellschaft, ein Online-Reisebüro, eine Bank, ein Vergleichsportal, trägt fast nie selbst das Risiko. Das Risiko liegt beim Versicherer; dazwischen stehen die Produktmanager, die das Produkt entwickeln und betreiben, und die Assistance-Gesellschaften, die nachts um zwei Uhr im Ausland ans Telefon gehen. Wer den Markt verstehen will, muss diese Ebenen auseinanderhalten.
| Ebene | Was sie tun | Wer sie sind |
|---|---|---|
| Risikoträger (Versicherer) | Halten das Risiko in der eigenen Bilanz und zahlen die Leistungen | Allianz, AXA, Zurich, AIG, Generali, Chubb, Munich Re / Great Lakes |
| Produktmanager und MGAs | Entwickeln, kalkulieren und verwalten das Produkt auf der Bilanz eines Versicherers, ohne selbst Risiko zu tragen | Cover-More, Trawick, IMG, Seven Corners, Tin Leg, battleface |
| Assistance-Gesellschaften | Betreiben das 24/7-Netzwerk für medizinische Hilfe, Evakuierung und Rückführung und bearbeiten Schadensfälle | Europ Assistance, Allianz Partners, AXA Partners, Global Excel, Assist Card, International SOS |
| Vertriebspartner | Verkaufen den Schutz an den Reisenden, meist direkt am Buchungspunkt | Online-Reisebüros, Fluggesellschaften, Reisebüros, Banken und Kartenanbieter, Vergleichsportale, eingebettete Insurtechs |
Ein Managing General Agent (MGA) entwickelt, kalkuliert und verwaltet ein Programm auf der Bilanz eines Versicherers, ohne das Risiko zu halten; eine Assistance-Gesellschaft betreibt das medizinische und Rückführungsnetzwerk; ein Third-Party-Administrator bearbeitet Schadensfälle. Eine Gruppe kann mehrere dieser Rollen gleichzeitig übernehmen.
Die Versicherer und Assistance-Gesellschaften hinter den Marken
Das Risiko konzentriert sich auf eine überschaubare Zahl globaler Versicherer und Assistance-Gruppen, und die Konsolidierung schreitet schnell voran.
In Deutschland führt HanseMerkur den Markt klar an, mit 318,1 Millionen Euro Reise-Bruttoprämien im Jahr 2024. Daneben sind Allianz Partners, ERGO, Würzburger Versicherung (TravelSecure) und Europ Assistance zentrale Akteure, die zusammen den Großteil des Risikos und der Assistance-Leistungen im deutschen Markt abdecken.
International war die größte Bewegung des Jahres eine Konsolidierung. Im Dezember 2024 übernahm Zurich das globale Privatreise-Geschäft von AIG, Travel Guard, für rund 600 Millionen US-Dollar zuzüglich einer Erfolgsbeteiligung, und gliederte es in Zurich Cover-More ein, das nun mehr als 20 Millionen Kunden pro Jahr über mehr als 200 Partner bedient. Allianz Partners bleibt weltweit der größte Reiseversicherer nach Volumen und weist, selten unter den großen Gruppen, eine reisespezifische Kennzahl aus: rund 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, innerhalb eines Gesamtumsatzes von rund 11 Milliarden US-Dollar, wobei allein der Assistance- und Mobilitätsbereich rund 3,6 Milliarden US-Dollar verbuchte.
Auf der Assistance-Seite deckt eine Handvoll Netzwerke den Großteil der Reisenden weltweit ab: Europ Assistance (Generali), Allianz Partners, AXA Partners, Global Excel, Assist Card und International SOS. Die meisten Verbrauchermarken tragen davon nichts selbst; sie mieten eine Bilanz, wie die folgende Tabelle zeigt.
| Verbrauchermarke | Wer das Risiko trägt | Markt |
|---|---|---|
| American Express Kartenreiseversicherung | New Hampshire Insurance Co (AIG) | USA |
| Travel Insured International | US Fire Insurance (Crum & Forster) | USA |
| Post Office (UK) | Great Lakes (Munich Re) | Vereinigtes Königreich |
| Nationwide FlexPlus | Aviva | Vereinigtes Königreich |
Die genannten Verbindungen sind anhand von Angaben der Anbieter und Risikoträger verifiziert.
Wie in Deutschland gekauft wird: der Vertrieb wird digital
Makler und Reisebüros führen weiterhin den Vertrieb an. Dahinter ziehen die digitalen Kanäle den Markt.
In Deutschland entfallen rund 28 bis 30 % des Marktes auf Makler und Reisebüros, den etablierten Vertriebsweg für die klassische Reiserücktrittsversicherung. Gleichzeitig wachsen Vergleichsportale wie CHECK24 und Verivox rasant, getrieben von der Bereitschaft der Verbraucher, Reiseversicherungen online und im direkten Preisvergleich abzuschließen. International zeigt sich das gleiche Muster: Zwischen 2022 und 2024 wuchsen Online-Vergleichsportale um 49,4 % und der Direktvertrieb um 46,6 %, weit schneller als traditionelle Vermittler (plus 22,8 % auf 762,8 Millionen US-Dollar, die einzige öffentlich bezifferte Kanalgröße). Am Checkout erreichen Abschlussquoten 18 bis 24 % bei Online-Reisebüros und 15 bis 19 % bei Fluggesellschaften (Mordor Intelligence).
Die eingebettete Welle
Die schnellste Veränderung findet am Verkaufspunkt statt, wo Versicherung zu einem Bestandteil der Buchung wird statt einem separaten Produkt.
Laut dem Ancileo-Benchmark boten 2025 weltweit 100 % der vierzig größten Fluggesellschaften eine Reiseversicherung an, gegenüber 70 % im Jahr 2022, und 90 % binden sie mittlerweile direkt in den Buchungsprozess ein. Auch die Mechanik reift: 58 % präsentieren die Versicherung als aktive Wahlmöglichkeit (Opt-in), 39 % als verpflichtende Auswahl, und nur 3 % als bereits angekreuzte Option (Opt-out), eine Praxis, die unter regulatorischem Druck zunehmend verschwindet.
Wohin der Prämien-Euro fließt
Eine Frage, die der Markt meidet: Von jedem Euro Prämie, wie viel kommt beim Reisenden zurück an? Die USA veröffentlichen es nicht. Europa schon, und die Antwort ordnet den Markt neu ein.
Die klarste Zahl liefert der europäische Regulierer. Von jedem Euro Prämie fließen laut EIOPA-Aufschlüsselung rund 40 % als Leistungen an Reisende zurück, 24 % als Provision an den Verkäufer der Police, 20 % in die eigenen Kosten des Versicherers, und 15 % als Netto-Versicherungsgewinn. Reiseversicherung zahlt strukturell weniger Leistungen aus als die allgemeine Nicht-Lebensversicherung (rund 53 %), erzielt dabei aber eine höhere Marge (15 % gegenüber 10 %). Strukturell ist sie damit eines der profitabelsten Produkte, das ein Verkäufer einer Buchung beifügen kann.
Der britische Regulierer macht es noch deutlicher. Nach den FCA-Daten zu Wertkennzahlen 2024 zahlte die als Zusatzprodukt verkaufte Einzelreiseversicherung nur 23,6 % der Prämie als Leistung aus, der niedrigste Wert aller Nicht-Lebenssparten, gegenüber 54,4 % bei Kfz-Versicherung. Der britische Verband ABI berichtet, dass seine Mitglieder 2024 rund 600 Millionen US-Dollar über mehr als 500.000 Reiseschadensfälle auszahlten; medizinische Fälle machten ein Drittel der Fälle, aber 55 % des Werts aus, bei einem Durchschnitt von rund 1.950 US-Dollar je Schaden.
In Deutschland ist die Datenlage vergleichbar intransparent: Es gibt keine veröffentlichte, reisespezifische Schaden-Kosten-Quote, die BaFin isoliert keinen eigenen Wert für die Sparte. Der weltweit größte Markt (die USA) ist bei der Wirtschaftlichkeit ebenso undurchsichtig, was Deutschland und andere europäische Märkte in der Praxis mit einschließt, genau hier setzt die eigene Messung von HelloSafe an.
Die EIOPA-Zahlen sind regulatorische EU-Durchschnittswerte (Daten von 2017, veröffentlicht 2019), dargestellt als Anteile an der Prämie; sie geben die Größenordnung vor, keine deutschlandspezifische Aufschlüsselung. Vergleichs- und Zusatzverkaufskanäle lagen bei der Provision deutlich höher, im Schnitt bei 35 % und bis zu 89 %. Für Deutschland ist keine isolierte Schaden-Kosten-Quote für Reiseversicherung veröffentlicht.
Der Provisionsmotor
Warum will jeder Reiseversicherung verkaufen? Weil sie eine Marge bietet, die nur wenige Produkte erreichen.
Kanalspezifische Provisionen bleiben in Deutschland wie andernorts vertraulich, festgelegt in nicht öffentlichen Vertriebsvereinbarungen, doch die Struktur ist klar. Branchenschätzungen setzen traditionelle Vermittler bei 20 bis 37 % der Prämie an, Online-Plattformen bei 20 bis 40 %, Vollservice-Fluggesellschaften bei rund 24 % und Billigfluglinien oft über 50 %. Direktversicherer behalten diese Marge selbst ein. Das erklärt, warum Online-Reisebüro, Fluggesellschaft und Kartenanbieter alle um den Abschluss kämpfen: Es handelt sich um margenstarken Zusatzumsatz.
Die europäischen (EIOPA) und britischen (FCA) Zahlen sind regulatorisch belastbar; die Kanalspannen sind internationale Branchenschätzungen, keine verifizierten Werte für Deutschland.
Ein sich konsolidierender, konzentrierter Markt
Hinter der langen Liste an Marken konzentriert sich das Eigentum zunehmend.
Wo eine unabhängige Quelle vorliegt, ist die Konzentration hoch: Die fünf größten Versicherer Spaniens halten 67 % der Prämien, die zehn größten 93 %. Auch in Deutschland dominiert HanseMerkur mit deutlichem Abstand als Marktführer. International bleibt Konsolidierung die Richtung, von der Übernahme von Travel Guard durch Zurich bis zum vollständigen Rückzug von nib aus dem australischen und neuseeländischen Reiseversicherungsgeschäft, wobei World Nomads an IMG verkauft wurde.
Konzentrationszahlen: Spanien stammt von DBK Observatorio (Marktforschung); eine oft zitierte Zahl zu den fünf größten US-Anbietern (rund 40 % der Prämien) stammt von einem einzelnen Anbieter mit Zirkularitätsrisiko und wird hier nicht als gesicherte Tatsache geführt.
Die 15 Märkte, Deutschland im Vergleich
Größe, Anteil versicherter Reisender, führender Kanal und dominierendes Produkt. Deutschland als Referenz hervorgehoben.
| Markt | Größe | Versicherte Reisende | Top-Kanal | Dominierendes Produkt |
|---|---|---|---|---|
| USA | 5,56 Mrd $ | ~40 % | Online-Reisebüros und Fluggesellschaften | Reiserücktritt |
| China | 2,5 Mrd $ | ~20 % | Online-Reisebüros und Super-Apps | Medizinisch und Mikroschutz |
| Vereinigtes Königreich | 2,0 Mrd $ | ~75 % | Vergleichsportale | Medizinisch und Assistance |
| Japan | 1,7 Mrd $ | ~50 % | Reisebüros und Schalter | Medizinisch und Assistance |
| Australien | 1,5 Mrd $ | 86 % | Direkt und Vergleichsportale | Medizinisch und Assistance |
| Indien | 1,3 Mrd $ | ~25 % | Makler und Bankvertrieb | Medizinisch (Visum) |
| Südkorea | 0,9 Mrd $ | ~60 % | Insurtech (Kakao Pay) | Medizinisch und Assistance |
| Deutschland | 0,85 Mrd $ | ~54 % | Makler und Reisebüros | Reiserücktritt |
| Italien | 0,77 Mrd $ | ~30 % | Reisebüros | Medizinisch und Assistance |
| Mexiko | 0,65 Mrd $ | ~25 % | Vermittler und Makler | Medizinisch und Assistance |
| VAE | 0,57 Mrd $ | ~70 % | Makler und Banken | Medizinisch (Visum) |
| Brasilien | 0,48 Mrd $ | ~30 % | Online-Reisebüros und Banken | Medizinisch und Assistance |
| Niederlande | 0,47 Mrd $ | ~80 % | Direktversicherer | Medizinisch (Jahrespolice) |
| Spanien | 0,32 Mrd $ | ~24 % | Online-Reisebüros und eingebettet | Medizinisch und Assistance |
| Schweiz | 0,31 Mrd $ | ~75 % | Karten und Automobilclubs | Rücktritt und Assistance |
| Singapur | 0,25 Mrd $ | ~70 % | Direktversicherer | Medizinisch und Assistance |
Quellen: nationale Verbände und Marktforschung, 2024. Die Tabelle bleibt bewusst in US-Dollar, um die globale Rangfolge vergleichbar zu halten. Abgrenzungen wurden zur Vergleichbarkeit harmonisiert.
Die Spielregeln
Regulierung prägt sowohl was verkauft werden darf als auch was offengelegt werden muss, und der Kontrast zwischen den Märkten ist deutlich.
In Deutschland läuft der Vertrieb von Reiseversicherung über die Erlaubnis nach § 34d Gewerbeordnung (GewO), überwacht von den Industrie- und Handelskammern (IHK) und der BaFin auf Versichererebene. Für Reisebüros und Reiseveranstalter gilt eine praxisrelevante Ausnahme: Nach § 34d Abs. 8 GewO können sie Reiseversicherungen als Nebenleistung ohne eigene Vermittlererlaubnis verkaufen, solange bestimmte Schwellenwerte nicht überschritten werden (unter anderem eine Jahresprämie von höchstens 600 Euro beziehungsweise höchstens 200 Euro je Person und Vertrag). Diese Ausnahme erklärt, warum Reiseversicherung so oft unkompliziert am Buchungsschalter mitverkauft wird.
International zeigt sich ein Kontrast. In den USA läuft Reiseversicherung unter dem NAIC Travel Insurance Model Act (#632), der eine leichtgewichtige, sogenannte Limited-Lines-Reiselizenz und eine registrierte Rolle als Travel Retailer geschaffen hat, damit Reisebüros und Online-Plattformen direkt am Buchungspunkt verkaufen können. Die Kehrseite ist Intransparenz: Reiseversicherung wird dort unter Inland Marine verbucht, und es gilt keine Mindestschadenquote, sodass die Wirtschaftlichkeit verborgen bleibt. Europa geht den umgekehrten Weg: Unter der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) muss sich jeder Vertriebspartner, einschließlich eines Reisebüros, registrieren lassen, und sowohl EIOPA als auch die britische FCA haben öffentlich untersucht, wie wenig Zusatz-Reiseversicherung tatsächlich auszahlt. Diese Offenlegungslücke zwischen den Blöcken ist selbst eines der Ergebnisse dieses Berichts.
Was HelloSafe misst
Die Landkarte hat klare blinde Flecken, und sie sind überall dieselben: die Zahlen, die der Vertrieb für sich behält.
Kein Regulierer veröffentlicht für Deutschland eine reisespezifische Schadenquote, kanalspezifische Provisionen oder eine belastbare Abschlussquote; Marktgrößenschätzungen weichen zwischen Forschungsinstituten um bis zu 40 % voneinander ab. Genau dieses private Detail, der tatsächlich gezahlte Preis nach Kanal, die Provision, die Conversion, misst HelloSafe. Die eigene Angebots-Engine vergleicht für denselben Reisenden den Preis eines Schutzes nach Vertriebskanal; die Atlas-Plattform beobachtet reale Conversion und Provision nach Akteursgruppe. Ausgabe für Ausgabe, Markt für Markt, wird dieser Bericht öffentlich machen, was der Vertrieb für sich behält.
In Deutschland wird Reiseversicherung am Buchungsschalter verkauft, in dem Moment, in dem eine Reise gebucht wird. Das Produkt folgt dieser Logik: Man versichert das Geld, das man investiert hat, nicht die eigene Gesundheit. Offenzulegen, wer vertreibt, wer das Risiko trägt, und wohin der Prämien-Euro wirklich fließt, ist der Weg zu einem Markt, der besser und fairer verkauft.
Der Reiseversicherung Marktbericht ist eine jährliche Publikation von HelloSafe. Die Ausgabe 2026 beginnt mit Deutschland und ordnet den Markt unter den größten der Welt ein; künftige Ausgaben werden jeden Markt vertiefen und die Kennzahlen zu Preis, Abschlussquote, Provision und Schadenwirtschaftlichkeit weiter verfeinern.
Die vollständige Methodik, Primärquellen und Verlässlichkeitsstufen sind auf Anfrage bei der Presseabteilung erhältlich.
###
Über HelloSafe
HelloSafe ist eine unabhängige Vergleichsplattform für Reiseversicherungen. Sie können diesen Beschreibungstext frei in Ihren Artikeln verwenden.