Schengen-Visum abgelehnt: Ablehnungsquoten, Ursachen und Länderanalyse (Barometer 2026)
11,7 Millionen Schengen-Visumanträge wurden im Jahr 2024 gestellt — ein deutlicher Wiederanstieg im Vergleich zu den Vorjahren, der jedoch weiterhin tiefe regionale Ungleichheiten offenbart. Die Ablehnungsquoten reichen von unter 5 % in Ostasien bis zu über 35 % in Teilen Nordafrikas und verdeutlichen eine der schärfsten geografischen Trennlinien der letzten Jahre.
HelloSafe präsentiert seinen exklusiven Schengen-Visum-Ablehnungsbarometer 2025, eine detaillierte Analyse auf Grundlage der offiziellen Daten der Europäischen Kommission für 2024. Basierend auf Tausenden konsularischer Datenpunkte bietet dieser Bericht einen der derzeit klarsten globalen Überblicke über Schengen-Visumanträge und Ablehnungsmuster — in einem Jahr, das von einer starken Erholung nach Covid, steigenden Visagebühren und der bevorstehenden Einführung des biometrischen Ein- und Ausreisesystems (EES) geprägt ist.
🌍 11,7 Millionen Anträge im Jahr 2024 — +13 % gegenüber 2023
❌ Globale Ablehnungsquote: 14,8 % (≈ 1 von 7 Anträgen)
🇨🇳 China: 1,78 Mio. Anträge (+59 %) — Ablehnungsquote 4,6 %
🇩🇿 Algerien: höchste Ablehnungsquote weltweit — 35 %
💶 316 Mio. € Verlust durch nicht erstattete abgelehnte Anträge
💸 185 €: durchschnittliche Kosten pro abgelehntem Antrag
⚖️ Afrikanische Antragsteller werden 8× häufiger abgelehnt als asiatische Antragsteller
⏳ 25–30 Tage Bearbeitungszeit in Nordafrika (vs. 15 Tage weltweit)
💼 Hauptgründe: finanzielle Mittel (21 %), nicht konforme Versicherung (15 %), Zweifel an der Rückkehr (12 %)
Ablehnungsquote für Schengen-Visa: Antragszahlen erholen sich, Ablehnungsniveau bleibt hoch
Ablehnungsquote für Schengen-Visa (% der Gesamtanträge) nach Jahr
Jahr | Anträge (Millionen) | Geschätzte Ablehnungsquote |
|---|---|---|
2022 | ~7,6 | 17,9 % |
2023 | ~10,3 | 16,0 % |
2024 | 11,7 | 14,8 % |
Der allmähliche Rückgang der Ablehnungsquote ist teilweise auf die starke Rückkehr asiatischer Reisender zurückzuführen — diese globale Verbesserung verdeckt jedoch weiterhin ausgeprägte regionale Unterschiede.
Die Anträge auf Kurzaufenthaltsvisa (Typ C) erreichten im Jahr 2024 11,7 Millionen, ein Plus von 13,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die weltweite Ablehnungsquote sank leicht (–1,2 Prozentpunkte gegenüber 2023), liegt jedoch weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau (9,9 % im Jahr 2019). In der Praxis wird nach wie vor etwa jeder siebte Antrag abgelehnt.
Während die Erholung des asiatischen Reiseverkehrs maßgeblich zur Verbesserung beiträgt, prägen anhaltende regionale Unterschiede weiterhin die Landschaft der Schengen-Visa.
Top 10 Länder mit den meisten Schengen-Visumanträgen (und Ablehnungsquoten 2024)
Im Jahr 2024 bearbeiteten die Schengen-Mitgliedstaaten über 11,7 Millionen Anträge auf Kurzaufenthaltsvisa — die Genehmigungschancen variierten jedoch stark je nach Staatsangehörigkeit. Antragsteller aus China stellten 1,78 Millionen Anträge (das höchste Volumen) und verzeichneten eine Ablehnungsquote von 4,6 %, während Anträge aus Algerien in 35 % der Fälle abgelehnt wurden — ein dramatischer Unterschied in den Ergebnissen.
Visumablehnungen stellen zudem eine erhebliche finanzielle Belastung für Antragsteller dar: Antragsgebühren, Visazentrenkosten und nicht erstattungsfähige Versicherungen summierten sich 2024 auf geschätzte 316 Millionen Euro Verluste — fast 60 % dieses Betrags entfielen auf die zehn am stärksten betroffenen Nationalitäten. Diese Unterschiede verstärken die Wahrnehmung eines zunehmend ungleichen Zugangs zu Schengen-Visa in Ländern mit hohen Ablehnungsquoten.
Schengen-Visumanträge: Ablehnungsquoten nach Land im Jahr 2024
Rang | Land | Anträge | Veränd. 23→24 | Ablehnungen (Anzahl) | Ablehnungsquote | 💸 Geschätzte Verluste (€) |
|---|---|---|---|---|---|---|
1 | 🇨🇳 China | 1 779 255 | +59,2 % | 80 703 | 4,6 % | 14,9 Mio. € |
2 | 🇹🇷 Türkiye | 1 173 917 | +11,1 % | 170 129 | 14,5 % | 31,5 Mio. € |
3 | 🇮🇳 Indien | 1 108 239 | +14,6 % | 165 266 | 15,0 % | 30,6 Mio. € |
4 | 🇲🇦 Marokko | 606 800 | +2,6 % | 115 774 | 20,1 % | 21,4 Mio. € |
5 | 🇷🇺 Russland | 606 594 | +2,5 % | 44 885 | 7,5 % | 8,3 Mio. € |
6 | 🇩🇿 Algerien | 544 634 | +14,8 % | 185 101 | 35,0 % | 34,2 Mio. € |
7 | 🇸🇦 Saudi-Arabien | 505 455 | ~0 % | 29 517 | 5,9 % | 5,5 Mio. € |
8 | 🇬🇧 Vereinigtes Königreich | 470 569 | +5,7 % | 32 390 | 6,9 % | 6,0 Mio. € |
9 | 🇹🇭 Thailand | 265 243 | −1,9 % | 16 361 | 6,2 % | 3,0 Mio. € |
10 | 🇪🇬 Ägypten | 244 701 | +3,5 % | 62 997 | 25,7 % | 11,7 Mio. € |
Die Schätzung der wirtschaftlichen Verluste (316 Mio. €) basiert auf der Formel: Anzahl der Ablehnungen × durchschnittliche Kosten pro Antrag = 1,7 Mio. × 185 €
Die durchschnittlichen Kosten beinhalten:
90 € konsularische Visagebühr (EU-Tarif 2024),
30 € Gebühren externer Visazentren (VFS/TLScontact),
45 € für eine Schengen-konforme Reiseversicherung,
20 € Verwaltungskosten (Übersetzungen, Transport).
Diese Beträge spiegeln typische, nicht erstattungsfähige Ausgaben im Ablehnungsfall wider.
Deutliche geografische und wirtschaftliche Unterschiede
Region | Durchschnittliche Ablehnungsquote 2024 | Einordnung |
|---|---|---|
Nordafrika | 29–35 % | Weltrekord — 2- bis 3-mal höher als der globale Durchschnitt |
Subsahara-Afrika | 24–28 % | Starke Unterschiede je nach Land |
Südasien | 13–17 % | Indien und Pakistan stark kontrastierend |
Ostasien | <10 % | China und Japan nahezu „VIP“ |
Naher Osten | 10–15 % | Saudi-Arabien, Emirate: niedrige Ablehnungsquoten |
Amerika | 5–8 % | Niedrigste Quoten, nahe am EU-Niveau |
👉 Im Jahr 2024 wurde ein afrikanischer Antragsteller 8× häufiger abgelehnt als ein asiatischer Antragsteller und 12× häufiger als ein Reisender aus Amerika.
China sticht mit einem spektakulären Anstieg der Anträge um +59 % hervor, getragen von der postpandemischen Erholung des Tourismus- und Geschäftsreiseverkehrs. Trotz dieses Anstiegs bleiben die Ablehnungsquoten sehr niedrig (4,6 %), dank gut vorbereiteter Anträge und solider finanzieller Nachweise. Andere asiatische Länder wie Saudi-Arabien oder Thailand weisen ebenfalls Ablehnungsquoten unter 10 % auf.
Südasien verzeichnet insgesamt mittlere bis hohe Ablehnungsquoten (13–17 %), jedoch mit einem deutlichen Unterschied zwischen Indien und Pakistan: Indien liegt bei etwa 15 % Ablehnungen, während Pakistan 2024 bei rund 47 % liegt — im Gegensatz zu Ostasien, wo die Ablehnungsquoten durchweg niedrig sind (<10 %).
Demgegenüber stehen die nordafrikanischen Länder — Algerien, Marokko und Ägypten — vor einer bekannten dreifachen Herausforderung:
- Längere Bearbeitungszeiten,
- Hohe Ablehnungsquoten (bis zu 35 %),
- Erhebliche finanzielle Verluste (≈185 € pro abgelehntem Antrag)
In Ländern mit hohem Antragsvolumen wie Indien oder Türkiye liegen die Ablehnungsquoten bei rund 15 %. Die meisten Ablehnungen resultieren aus unzureichenden finanziellen Nachweisen oder nicht konformer Reiseversicherung.
Insgesamt hängen Ablehnungsquoten weniger vom Volumen als von Region, Profil und konsulatsspezifischer Praxis ab. Größere Antragsvolumen sind statistisch mit niedrigeren Ablehnungsquoten verbunden (Korrelation ~–0,45).
Als „hochriskant“ eingestufte Nationalitäten — insbesondere in Nordafrika — sind weiterhin überproportional betroffen, während asiatische Reisende bei vergleichbarer Dokumentation von günstigeren Ergebnissen profitieren.
Profil des Antragstellers mit dem höchsten Ablehnungsrisiko
Es gibt ein typisches Antragstellerprofil, auf das sich die meisten Ablehnungsentscheidungen konzentrieren:
👤 Medianalter: 31 Jahre
💼 In 58 % der Fälle männlich, monatliches Einkommen unter 700 €
🎒 Geplanter Aufenthalt unter 20 Tagen
Dieses Profil entspricht hauptsächlich kurzen Familienbesuchen oder touristischen Reisen. Die Anträge sind häufig durch unvollständige Unterlagen geschwächt.
Im Gegensatz dazu reichen Antragsteller aus dem Golfraum oder aus Ostasien in der Regel hochwertige Versicherungen, stärkere finanzielle Nachweise ein und erreichen Genehmigungsquoten von über 90 %.
Ablehnungsgründe: Administrative und finanzielle Kriterien bleiben entscheidend
Über alle Nationalitäten hinweg entfallen die meisten Schengen-Visumablehnungen auf vier strukturelle Faktoren. Der wichtigste Grund bleibt unzureichende finanzielle Mittel (21 %), da Konsulate die Fähigkeit eines Antragstellers zur Deckung von Reise-, Unterkunfts- und Lebenshaltungskosten streng prüfen. Der zweitwichtigste Faktor ist die nicht konforme Reiseversicherung (15 %) — eine der am meisten unterschätzten Anforderungen. Jährlich werden Tausende Anträge abgelehnt, weil die Versicherung nicht die vorgeschriebene medizinische Deckung von 30.000 €, Rückführung oder ein von Konsulaten anerkanntes Zertifikat aufweist.
Ein dritter wesentlicher Grund ist ein unklarer oder schwach begründeter Reisezweck (12 %), insbesondere wenn Reiserouten, Einladungen oder Belege keinen glaubwürdigen Anlass für die Reise erkennen lassen.
Aufschlüsselung der Ablehnungen nach Gründen im Jahr 2024 – alle Nationalitäten zusammen
Je nach Region variieren die Ablehnungsmuster in Abhängigkeit von lokalen Verwaltungspraxen, Dokumentenverfügbarkeit und sozioökonomischem Kontext. Finanzielle Garantien, Klarheit des Reisezwecks und Konsistenz der Unterlagen zählen weltweit zu den entscheidendsten Kriterien für Konsulate.
Ablehnungsgründe (% der Gesamtanträge – alle Länder zusammen, 2024)
Aufschlüsselung der Ablehnungen nach Gründen UND nach Region im Jahr 2024
Die Ablehnungsmuster unterscheiden sich erheblich je nach Region und spiegeln Unterschiede im sozioökonomischen Kontext, in der Dokumentationspraxis und in den konsularischen Erwartungen wider.
In Nordafrika und Subsahara-Afrika ist der dominierende Faktor unzureichende finanzielle Mittel (25–28 %), kombiniert mit einer höheren Häufigkeit vager oder schwach begründeter Reisezwecke (9–10 %) sowie Rückkehrbedenken (10–18 %).
In Südasien verteilen sich die Ablehnungen gleichmäßiger, mit erhöhten Anteilen sowohl bei finanziellen Mitteln (22 %) als auch beim Reisezweck (14 %).
Ostasien hingegen weist den niedrigsten Anteil an dokumentationsbezogenen Problemen auf; Ablehnungen hängen dort hauptsächlich mit dem Reisezweck (13 %) oder Rückkehrbedenken (7 %) zusammen, während nur 6 % auf nicht konforme Versicherungen entfallen.
Der Nahe Osten und Amerika zeigen insgesamt moderate Ablehnungsquoten: Im Nahen Osten dominiert der Reisezweck (12 %), während sich Amerika durch einen relativ hohen Anteil unklarer Reisemotivation (18 %) auszeichnet.
Osteuropa weist schließlich ein besonderes Muster auf, mit einem ungewöhnlich hohen Anteil an Ablehnungen aufgrund von Sicherheits- oder ordnungspolitischen Bedenken (10 %) — dem höchsten Wert aller Regionen.
Hauptgrund | Nordafrika | Subsahara-Afrika | Südasien | Ostasien | Naher Osten | Amerika | Osteuropa | 🌐 Geschätzter globaler Anteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
💶 Unzureichende finanzielle Mittel | 25 % | 28 % | 22 % | 10 % | 15 % | 12 % | 15 % | 21 % |
🩺 Nicht konforme Reiseversicherung | 20 % | 18 % | 17 % | 6 % | 8 % | 4 % | 7 % | 15 % |
🧳 Vager / unbegründeter Reisezweck | 9 % | 10 % | 14 % | 13 % | 12 % | 18 % | 9 % | 12 % |
🔁 Zweifel an der Rückkehr | 18 % | 10 % | 13 % | 7 % | 10 % | 6 % | 13 % | 12 % |
🪪 Unvollständige oder gefälschte Unterlagen | 7 % | 9 % | 8 % | 6 % | 7 % | 6 % | 5 % | 7 % |
🏠 Unterkunft nicht nachgewiesen | 6 % | 5 % | 7 % | 5 % | 6 % | 5 % | 4 % | 6 % |
⏳ Problematische Reisehistorie | 5 % | 7 % | 6 % | 5 % | 7 % | 4 % | 8 % | 6 % |
🔒 Sicherheits- / ordnungspolitische Bedenken | 2 % | 3 % | 3 % | 2 % | 3 % | 2 % | 10 % | 4 % |
🛂 Früherer Visumantrag abgelehnt | 3 % | 4 % | 3 % | 3 % | 3 % | 2 % | 3 % | 3 % |
🧭 Irreführende Angaben | 3 % | 4 % | 4 % | 2 % | 4 % | 3 % | 3 % | 3 % |
🗂️ Falsche konsularische Zuständigkeit | 2 % | 2 % | 3 % | 2 % | 3 % | 3 % | 3 % | 3 % |
Die restriktivsten Schengen-Zielländer
Rang | 🇪🇺 Schengen-Staat | Ablehnungsquote 2024 | Anträge | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
1 | 🇲🇹 Malta | 38,5 % | 45 578 | Geringes Antragsvolumen: Ablehnungsquoten sind volatiler, Kapazitätsengpässe und strengere Prüfungen wirken stärker. |
2 | 🇪🇪 Estland | 27,2 % | 12 125 | Sehr kleines Volumen: wenige „hochriskante“ Anträge können die Quote stark erhöhen. |
3 | 🇧🇪 Belgien | 24,6 % | 255 564 | Hohe Quote trotz großem Volumen, was auf konstant strengere Entscheidungen hindeutet. |
4 | 🇸🇮 Slowenien | 24,5 % | 18 171 | Niedrig- bis mittleres Volumen, Ergebnisse stark abhängig von der Zusammensetzung der Anträge. |
5 | 🇸🇪 Schweden | 24,0 % | 188 623 | Erhöhte Quote bei hohem Volumen, strengere Praxis als der Schengen-Durchschnitt. |
6 | 🇩🇰 Dänemark | 23,7 % | 132 158 | Vergleichbar mit Schweden/Belgien, insgesamt strenge Visumerteilung. |
7 | 🇭🇷 Kroatien | 19,3 % | 42 165 | Mittleres Volumen, Quote klar über dem Schengen-Durchschnitt (14,8 %). |
8 | 🇵🇱 Polen | 17,3 % | 111 538 | Moderate Quote bei relevantem Volumen, dennoch über dem Durchschnitt. |
9 | 🇫🇷 Frankreich | 15,8 % | 3 072 728 | Sehr hohes Volumen stabilisiert die Quote; leicht über dem Durchschnitt. |
10 | 🇨🇿 Tschechien | 15,8 % | 150 629 | Gleiche Quote wie Frankreich bei deutlich geringerem Volumen. |
Kleinere Staaten (Malta, Estland) lehnen mehr Anträge ab, unter anderem wegen begrenzter konsularischer Kapazitäten.
Im Jahr 2024 wendeten nicht alle Schengen-Staaten bei der Visumerteilung dieselben Kriterien an. Einige Länder zeichnen sich durch besonders restriktive Entscheidungspraxis aus.
Auf Basis der Europäischen Kommission (DG HOME) – Visastatistiken 2024 („nach Mitgliedstaat“) verzeichnet Malta die höchste Ablehnungsquote (38,5 %), was bedeutet, dass fast 4 von 10 Anträgen abgelehnt wurden. Es folgen Estland (27,2 %), Belgien (24,6 %), Slowenien (24,5 %) und Schweden (24,0 %).
Unter den großen Ausstellungsstaaten weist Frankreich im Jahr 2024 eine Ablehnungsquote von 15,8 % auf — leicht über dem Schengen-Durchschnitt (14,8 %) — wobei Länder mit hohem Volumen tendenziell stabilere Quoten zeigen.
Strengste Schengen-Konsulate bei Visumablehnungen
Rang | 🇪🇺 Mitgliedstaat | 🌍 Gastland | 🏛️ Konsulat | 📄 Anträge | ❌ Ablehnungen | % Ablehnungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
1 | 🇫🇷 Frankreich | 🇩🇿 Algerien | Algier | 197 868 | 63 217 | 31,5 % |
2 | 🇫🇷 Frankreich | 🇩🇿 Algerien | Oran | 80 462 | 30 670 | 40,5 % |
3 | 🇨🇭 Schweiz | 🇮🇳 Indien | Neu-Delhi | 217 373 | 26 126 | 12,0 % |
4 | 🇫🇷 Frankreich | 🇩🇿 Algerien | Annaba | 73 965 | 24 810 | 35,0 % |
5 | 🇩🇪 Deutschland | 🇹🇷 Türkiye | Istanbul | 119 595 | 22 084 | 18,5 % |
6 | 🇬🇷 Griechenland | 🇹🇷 Türkiye | Istanbul | 183 156 | 21 852 | 11,9 % |
7 | 🇫🇷 Frankreich | 🇨🇮 Elfenbeinküste | Abidjan | 62 786 | 20 496 | 33,5 % |
8 | 🇫🇷 Frankreich | 🇹🇳 Tunesien | Tunis | 106 617 | 19 626 | 18,7 % |
9 | 🇫🇷 Frankreich | 🇲🇦 Marokko | Casablanca (knapp außerhalb der Top 10) | ≈ 110 000 | ≈ 18 000 | ≈ 16 % |
10 | 🇪🇸 Spanien | 🇲🇦 Marokko | Rabat (nahe der Schwelle) | ≈ 100 000 | ≈ 16 000 | ≈ 16 % |
👉 Die drei französischen Konsulate in Algerien (Algier, Oran, Annaba) zählen zu den vier weltweit ablehnungsstärksten Konsulaten.
👉 Zusammen verantworten sie über 118 000 Ablehnungen, also fast 7 % aller weltweiten Schengen-Ablehnungen.
👉 Das Schweizer Konsulat in Neu-Delhi ist der größte Ablehner in Asien, bedingt durch das enorme Antragsvolumen aus Indien.
👉 Nordafrikanische Konsulate (Tunesien, Marokko) bündeln einen Großteil der Ablehnungen, häufig aufgrund nicht konformer Versicherungen oder unzureichender finanzieller Nachweise.
Ausblick 2025: Auf dem Weg zu einem biometrischen Europa
Der Schengen-Raum steht vor einer tiefgreifenden Veränderung seiner Grenz- und Konsularpolitik. Ab dem 12. Oktober 2025 tritt das EES (Einreise-/Ausreisesystem) offiziell an allen Außengrenzen der Europäischen Union in Kraft. Jeder Reisende wird bei Ein- und Ausreise biometrisch erfasst — Gesicht und Fingerabdrücke — womit die klassischen Passstempel entfallen.
Dieser digitale Wandel geht mit einer umfassenderen Modernisierung einher: Das digitale Schengen-Visum, das zu 100 % online beantragt wird, soll bis Ende 2026 eingeführt werden, während ETIAS — eine Reisegenehmigung vor Abreise für visumfreie Reisende — das System ergänzen wird.
Auch wenn diese Neuerungen darauf abzielen, Verfahren zu vereinfachen und die Sicherheit zu erhöhen, erwarten Experten eine anspruchsvolle Übergangsphase. In den ersten Monaten der Umsetzung könnte die Ablehnungsquote vorübergehend um 1 bis 2 Prozentpunkte steigen, bedingt durch technische Anpassungen, zusätzliche biometrische Kontrollen und Fehler in den neuen automatisierten Systemen.
Kurz gesagt: Europa tritt in das Zeitalter der „intelligenten Grenzen“ ein, doch der Übergang zu dieser digitalen Grenze wird sowohl von Reisenden als auch von Konsularbehörden Genauigkeit und Geduld erfordern.
Methodik & offizielle Quellen
Dieses exklusive HelloSafe-Barometer basiert auf der Aggregation und unabhängigen Analyse mehrerer öffentlicher und institutioneller Datenbanken für das Jahr 2024.
Alle genannten Zahlen stammen aus offiziellen europäischen Quellen oder aus internen Berechnungen auf Grundlage dieser Datensätze.
ℹ️ Hinweis zum Umfang: Alle zu Beginn dieses Berichts genannten Zahlen beziehen sich auf den gesamten Schengen-Raum (alle Schengen-Mitgliedstaaten zusammen) und nicht ausschließlich auf Frankreich — sofern kein Land ausdrücklich genannt wird (z. B. „Frankreich“, „Schweiz“, „Malta“ usw.).
Kerndaten
Antragszahlen und Ablehnungsquoten stammen aus dem Portal der Europäischen Kommission – DG HOME, Bereich Visa Statistics 2024.
Länderspezifische Aufschlüsselung und Veränderungen
Statistiken nach Staatsangehörigkeit (China, Indien, Algerien usw.) basieren auf der Datei DG HOME „nach Staatsangehörigkeit, Ausgabe 2024“.
Ablehnungsgründe und die Rolle der Versicherung
Die Ablehnungsgründe stützen sich auf den EU-Visakodex (Verordnung (EG) Nr. 810/2009, Anhang VI) sowie auf Berichte der Europäischen Kommission. Die Gewichtung der Hauptursachen ist ein gewichteter Durchschnitt aus öffentlichen Berichten der Konsulate von Frankreich, Spanien, Belgien und Griechenland.
Restriktivste Schengen-Staaten
Nationale Ablehnungsquoten stammen direkt aus der Datei DG HOME – Visa Statistics 2024 „nach Mitgliedstaat“. Qualitative Kommentare basieren auf SchengenVisaInfo (2024), Euractiv (2025) und konsularischen Presseberichten.
Profil des Antragstellers mit dem höchsten Ablehnungsrisiko
Profil rekonstruiert aus:
- Tätigkeitsberichten von VFS Global, TLScontact und BLS International (2023–2024),
- Studien des Migration Policy Institute (MPI) und Artikeln von AP News / Business Today,
- DG-HOME-Statistiken nach Ablehnungsgrund.
Dies ist ein indikatives, nicht personenbezogenes Profil: männlich, 31 Jahre alt, Einkommen <700 €/Monat, touristischer Aufenthalt <20 Tage, nicht konforme lokale Reiseversicherung.
Ausblick 2025 und Regulierung
Angaben zur Digitalisierung (EES, digitales Visum, ETIAS) basieren auf:
- Rat der Europäischen Union, Pressemitteilung vom 15. März 2024 (Inkrafttreten des EES am 12. Oktober 2025)
- Europäische Kommission – DG HOME, Vorschlag COM(2023) 228 final (digitales Visum bis Ende 2026)
HelloSafe rechnet im Jahr 2025 mit einem vorübergehenden Anstieg der Ablehnungsquote um +1 bis +2 Prozentpunkte aufgrund der biometrischen Übergangsphase.
Zentrale Dokumentationsquellen
- Europäische Kommission – DG HOME, Visa Statistics 2024
- Verordnung (EG) Nr. 810/2009 – Schengen-Visakodex
- Rat der Europäischen Union – EES- & ETIAS-Mitteilungen
- SchengenVisaInfo, Datenportal & Länderberichte 2024
- Business Today, AP News, The Times of India
- Aggregation & Modellierung durch HelloSafe (2025)
Diese Studie basiert auf:
- Offiziellen Statistiken der Europäischen Kommission (DG HOME), Ausgabe 2024;
- Analyse von Berichten nach Staatsangehörigkeit, Mitgliedstaat und Konsulat;
- Einer HelloSafe-Aggregation von Ablehnungsdaten und Durchschnittskosten. Die Werte für 2025 sind Prognosen auf Basis der Trends von 2024 und regulatorischer Änderungen (EES, digitales Visum).